Samstag, 11. Juni 2016

Endometriose Reha in Schlangenbad/Hessen

Guten Morgen ihr Lieben,

dringend möchte ich eine kleine Zusammenfassung meiner letzten Reha schreiben, ganz besonders weil eine liebe Freundin (Sonja) leider wieder operiert werden muss nächste Woche und gerne etwas erfahren möchte, wie denn die "Kur" so war? Wahrscheinlich aus dem Grund, da sie nach jeder Operation Anspruch auf eine AHB hat (Anschlussheilbehandlung) :)

Ich war also vom 18.05.- 08.06. wieder einmal auf medizinische Rehabilitation um die Folgen der letzten Operation, die leider immer länger brauchen um zu heilen (werde ja auch nicht jünger) zu verbessern und evtl. noch etwas Neues über Behandlung und Therapieformen zu erlernen.

Zunächst muss ich sagen, mein erster Eindruck der Klinik war nicht gerade berauschend! Leider gab es niemanden, der sich um den Außenbereich der Klinik kümmerte (erst als ich abreiste, wurden die Anlagen/Rasen/Blumenkästen gepflegt) was allerdings schade ist, denn ich denke, der erste Eindruck ist doch entscheidend!

Ich wurde sehr freundlich empfangen, bekam meine Zimmerschlüssel und ging in mein Zimmer in den 5. Stock! Und ich muss sagen, das ist ausnahmsweise mal ein Glück, dass ich eine gynäkologische Krankheit habe, denn der 5. Stock wurde wohl renoviert und mich erwartete ein freundliches kleines, aber sauberes Zimmer..im Gegensatz zu den anderen Zimmern im Haus, war es hier wirklich schön!

Die Median Klinik Schlangenbad wurde wohl im Januar als Rehaklinik für Endometriose zertifiziert. Beim ersten "Kennenlern-Treff" saßen dann auch einige Frauen in dem Wohnzimmer in unserem Stockwerk, das auch sehr gemütlich und mit Teeküche ausgestattet ist zusammen. Es waren Frauen mit unterschiedlichen Diagnosen und nur ich glaube 2 Endo-Patientinnen. Ich war anfänglich etwas skeptisch, wie das denn funktionieren soll zwecks Therapien? Aber ich war optimistisch und lies es einfach auf mich zukommen!

Wir hatten also Physiotherapie und Behandlungen in gemischten Gruppen, teilweise mit Rheumapatienten der Klinik, ebenfalls auch aus dem psychosomatischen Behandlungsspektrum. Tatsache ist, dass die Therapien trotzdem für Alle gut waren!

Zunächst erstmal zu den Ärztinnen! Frau Dr. Dittmar führte mein Aufnahmegespräch und wir vereinbarten, was und welche Anwendungen für mich in Frage kämen! Sie ist vor einigen Jahren aus Bad Schwalbach hierher gewechselt, genau wie die Chefärztin Frau Dr. Donau! Mit diesen beiden Ärztinnen ist es Schlangenbad gelungen, zwei wundervolle und sehr einfühlsame Mediziner zu gewinnen, die wirklich äußerst nett und freundlich sind! Selten habe ich mich so gut aufgehoben gefühlt und mein Aufenthalt war durch sie wirklich sehr angenehm und ich fühlte mich wohlbehütet!
Die wöchentlichen Visiten waren immer sehr einfühlsam und ich hatte immer das Gefühl, ich werde hier ernstgenommen, das tat wirklich gut! Auch die Tatsache, dass man z.B. mal an der Tür klopfen konnte, wenn man Sorgen hatte oder eine Frage bzw. Hilfe benötigte, fand ich erstklassig! (Fr. Dittmar war z.B. sofort bereit eine Mitpatientin im Zimmer aufzusuchen, um die ich mich sorgte! Das war wirklich klasse..Danke nochmal dafür!) Auch die Empfehlungen und Maßnahmen meine Schlafstörungen und Beschwerden zu lindern durch verschiedene Verordnungen halfen mir wirklich gut! Man konnte täglich auf der Pflegestation im 1. Stock Pflegepersonal erreichen und Medikament bzw, Hilfsmittel erhalten) Blutentnahmen usw. waren natürlich auch Teil der Behandlung und Kontrollen dieser!

Die Freundlichkeit der Physiotherapeuten und Krankengymnasten war erstklassig! Ich kann überhaupt nicht klagen, wirklich nicht. Die Menschen in der Klinik haben das äußere Erscheinungsbild der Klinik mich vergessen lassen!

Leider hatten wir auch mal ein heftiges Unwetter, dass einen Feuerwehreinsatz nötig machte und das Erdgeschoß überflutete! Die Tatsache, dass danach der Wintergarten geheizt wurde (was es echt heiß machte darin) lies mich wirklich diesen Raum meiden, allerdings gibt es nur dort etwas WLAN, also war es schwierig für mich überhaupt mal meinen Rechner hochzufahren. Der in der Mitte des Raumes gelegte Teppich sollte meiner Meinung nach auch dringend entfernt werden! Der Geruch nach dem er nass war, ist sicherlich nicht günstig...das hat auch viele Rehapatienten gestört! Vielleicht kann man das anders lösen? Die zweite Woche hatten wir nochmal einen Fehlalarm mit Feuerwehreinsatz, der auch aufgrund von baulichen Problemen ausgelöst wurde...angeblich hat jemand zu heiß geduscht und diesen Alarm dadurch ausgelöst? Nun ja, manche Dame fand es witzig, dass um 22 Uhr plötzlich ein junger Feuerwehrmann im Zimmer stand und wir amüsierten uns köstlich über ihre Äußerungen dazu...manchmal muss man so etwas einfach lächelnd hinnehmen.

Hier mal die Anwendungen, die ich hatte im Überblick:

-Heilerde
-Beckenbodengymnastik
-Einzelkrankengymnastik
-Ausdauertraining
-med. Trainingseinheiten
-Ultraschall
-Kältekammer (nur einmal, da ich leider voll die Panik bekam :( )
-Thermal (Gruppengymnastik)
-Fußreflexzonenmassage
-Massage/Heiße Rolle
-Atemgymnastik
-PM (progressive Muskelentspannung)
-Hydrojet
-Kneipp Wassertreten
-Walking 

Natürlich gab es auch Seminare:

-Infoseminar Endometriose (in mehreren Teilen)
-Wechseljahre/Osteoporose
-Harninkontinenz
-Gesundheitsseminar Krebserkrankungen

-Allgemeine Seminare, die man besuchen konnte und wöchentlich stattfanden wie z.B,
Psychologie/Diatetik-Info

Eine wundervolle Fr. Fuhrmann (sehr sympathische Psychologin, Danke nochmal für ALLES!) hielt folgende Guppen:

-Schlaftraining 
-Stressbewältigung
-Einzelgespräche
-Kennenlerntreff


Ernährungsberatung, die allerdings nicht so ausführlich waren wie z.B. in Bad Schmiedeberg und sich eher an die allgemeinen Richtlinien der DGE halten, wie man sich eben gesund ernährt!
Aber es bestand die Möglichkeit eine Einzelberatung für Ernährung zu erhalten! Denke, das wird sich noch in nächster Zeit weiterentwickeln.

Am 24.05.2016 fanden auch Prüfungen für angehende Physiotherapeuten im Hause statt und da Patienten gefragt wurden, ob sie sich zur Verfügung stellen würden, tat ich das natürlich! So hatte ich auch mal einen Einblick, wie schwer es doch ist, diesen Beruf auszuüben und die junge Dame hat es hoffentlich bestanden..ich gab mein Bestes! :)

Insgesamt hatte ich ein ziemlich straffes "Sportprogramm", dass mich manchmal fast vergessen lies etwas zu Essen, aber irgendwann klappte es auch ganz gut mit den Terminen. Die Möglichkeit jederzeit etwas absagen zu können, falls es mir zu viel wurde, nahm ich gelegentlich in Kauf. Manchmal brauchte man einfach eine Ruhepause und dies wurde ohne viel Diskussion als ganz selbstverständlich akzeptiert!
Ganz toll fand ich meine Yogalehrerin und die sonntägliche Morgen-Yoga-Runde...wunderschön!
Auch QiGong fand ich klasse! Ihr seht also, ich war wirklich rund um die Uhr beschäftigt!


Schlangenbad selbst ist übrigens sehr klein! Aber die Möglichkeiten mit dem Bus z.B. nach Wiesbaden/Mainz zu fahren sind wirklich gut!
Empfehlenswert wäre vielleicht der Privat-PKW, wer natürlich kann und mag..
Dringenst empfehle ich Eltville (nicht weit entfernt) die Rosenstadt und der geniale Anleger 511 am Rhein...einfach hingehen!
Eingang 

Anleger 511 Eltville am Rhein

Pferdebadquelle?

Mein kleines, aber feines Zimmer

Hinter der Klinik


Die Raucher halt :)

Ja, es gibt wirklich Schlangen hier! 

Aussicht aus meinem Zimmer

Eltville <3 

Insgesamt möchte ich ein positives Feedback geben! Die Klinik selbst ist wirklich kein "Glanzbau"und braucht dringend Sanierungen (Lüftung im Bad z.B., Entfernen des Teppichs im Wintergarten etc.) und Modernisierung. Allerdings muss man sich einfach mal auf die Therapien einlassen und dem Ganzen eine Chance und Zeit geben! Ich glaube, die wundervollen Behandler dort in der Klinik sind definitiv eine Reha dort wert, lasst Euch drauf ein und ihr werdet sehen, es wird Euch gut tun! 

Letztendlich muss jede Frau mit Endometriose IHREN Weg finden, niemand kann uns das abnehmen und nehmt die Angebote an, die Euch geboten werden! Alles was uns gut tut, ist sehr wertvoll! Und man muss- ob man will oder nicht- an sich selbst arbeiten! Ohne wird es nicht klappen...


Die neu entstanden Freundschaften, die wirklich wieder Hammer waren (auch wenn es Menschen mit anderen Erkrankungen waren) empfand ich als etwas sehr Schönes! Es ergeben sich auch mit anderer Diagnose, tolle Gespräche, auch davon konnte ich profitieren!

Nach 2 Wochen Reha kannte ich wahrscheinlich alle anderen Frauen, die Endometriose hatten aber z.B. wegen Rheuma hier waren :) Der Kreis wurde immer größer und die Gespräche über Endometriose wurden immer mehr, sodass ich hoffentlich wieder einiges mehr an Öffentlichkeitsarbeit getan habe und vielen Frauen, das Wort Endometriose und die Krankheit wieder näher bringen konnte!

Eure Endokat




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